7 ◊ 20.06.2014 ◊ 265.495 ◊ 770 €Baltic Sea Circle

Baltic Sea Circle • Nordkap erreicht!


Heute hat Thomas seinen 50. Geburts­tag gefeiert (vielen Dank für die vielen Glück­wünsche und ganz besonderen Dank an Heike, Kim und Jana für das Geschenk).

Wir konnten um 8.45 Uhr die Fähre von Andenes nach Gryllefjord nehmen, die uns gestern den Zwangs­aufent­halt bescherte. Diese Fähre ist für ca. 40 Pkw ausgelegt und war nicht einmal zur Hälfte belegt. Als wir auf den Atlantik hinaus fuhren wurde schnell klar, dass diese Über­fahrt ebenfalls in Erin­nerung bleiben wird. Aufgrund des Wellen­ganges konnte der Kapitän nicht den direkten Kurs wählen, da das Schiff von links nach rechts wankte, also wurde der Kurs gegen die Wellen gewählt, was auch nur eine kleine Verbes­serung brachte. Wir hatten unseren Spaß, bis auf einen deutschen Fahr­rad­touristen und einen türkischen Motor­rad­fahrer und wir, waren keine Menschen auf Deck. Wir haben schöne Film­auf­nahmen machen können. Auf der Fähre war ein weiteres Rallye-Team (Yoonited, Nr. 133) mit ihrem 1984er Mercedes 200 an Bord. Wir kamen ins Gespräch und fuhren von Gryllefjord aus gemeinsam weiter. Da wir gestern kaum fahren konnten, lag für heute eine große Etappe an, die uns so weit wie möglich, an das Nordkap führen sollte, um wieder An­schluss an das Haupt­feld zu bekom­men.

Auf der Fahrt mit dem Team Yoonited, stellten wir fest, dass der Mercedes eine verstellte Spur bzw. einen verstellten Sturz an der Vorder­achse hat und die Vorder­reifen innen komplett abgefahren waren. Ein Besuch in einer Werk­statt war erfolglos, da es Freitag 14.50 Uhr war und den Norwegern ein pünktlicher Feier­abend sehr wichtig ist. Am Straßen­rand der E6, trafen wir auf ein Damenteam mit ihrem VW-T3, der offensichtlich eine Panne hatte. Wir hielten an, um den Damen eventuell Hilfe leisten zu können. Bei dem Team “Bam-Bulli“ hatten sich alle 5 Muttern des linken Hinter­rades gelöst, dadurch waren die Rad­bolzen leicht nach innen gebogen. Da die Damen etwas unsicher waren, ob eine Weiter­fahrt möglich sei, fuhr Thomas den T3 für einige Kilometer. Nach bestandener Testfahrt ging es gemeinsam (jetzt mit drei Teams) weiter. Durch diese Vorfälle hatten wir eigentlich bereits damit abgeschlossen, heute auf das Haupt­feld aufschließen zu können, zumal wir mit „Bam-Bulli“ einen angeschlagenen Bus im Konvoi hatten. Nachdem diese beschlossen sich aus dem 3er-Konvoi zu verabschieden, ging es mit Team „Yoonited“ weiter Richtung Nordkap. Da es mit Annabell und Max ein sehr entspanntes Fahren war, kamen wir sehr gut voran und konnten endlich auf das Haupt­feld aufholen. Es fiel ca. 250 km vor dem Nord­kap die Ent­scheidung, heute gemeinsam das Etappen­ziel tatsächlich zu erreichen. Wir fuhren durch eine unglaub­liche Gegend. Seit der Fährüberfahrt hatte es begon­nen zu regnen und auch den ganzen Tag nicht mehr aufgehört. Die Temperatur war auf 5 Grad gefallen, jeder Aufent­halt außerhalb des Fahr­zeugs wurde daher ver­mieden. Die Zufahrt zum Nord­kap ist eine Art Hoch­plateau das sich auf ca. 125 km Länge erstreckt. Wir haben dort hunderte von Ren­tieren gesehen, die auch gern auf der Straße stehen. Auf dieser Strecke trafen wir einige Teams, die vom Nord­kap zurück kamen und anhielten, um Thomas zum Geburts­tag zu gratulieren, hier lernt man wirk­lich nette Menschen kennen. Der Regen schlug in Schnee­fall um und Annabel und Max hatten mit ihren abgefahrenen Sommer­reifen nicht die besten Voraus­setzungen. Um 4.00 Uhr hatten wir es geschafft und waren am Nord­kap. Jetzt gab es noch die Frage nach der Über­nachtung, da es sch... kalt war und Team Yoonited in einem Dach­zelt schlafen, beschlos­sen wir eine etwas wind­stillere Gegend zu suchen, diese fanden wir nach weiteren 120 km und wir schliefen nach fast 900 km tief und fest. Morgen fahren wir nach Finn­land.

 

Fährfahrt von Andenes nach Gryllefjord